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Einleitung

FIPS wurde eigentlich nur von US-Behörden als Normenreihe entwickelt. Die Abkürzung steht für Federal Information Processing Standards. Verantwortlich ist das National Institute of Standards and Technology (NIST); die formale Freigabe erfolgt durch den US-Handelsminister.

Der Zweck war, einheitliche, überprüfbare Sicherheitsanforderungen für den Schutz sensibler, nicht als geheim eingestufter Regierungsdaten festzulegen. Dazu gehören sichere Schlüsselverwaltung, Zugriffsschutz, Selbsttests und – je nach Sicherheitsstufe – Schutz gegen physische Manipulation. US-Behörden erhielten damit einen gemeinsamen Maßstab für die Beschaffung kryptografischer Produkte.

Deutsche Unternehmen unterliegen keiner allgemeinen Pflicht, FIPS 140 einzuhalten. Der Standard richtet sich unmittelbar an US-Bundesbehörden und an kryptografische Module, die in deren Auftrag betrieben werden. Die DSGVO verlangt keine FIPS-Zertifizierung.

FIPS 140 erfasst die konkrete Umsetzung kryptografischer Funktionen in Software, Firmware oder Hardware. Dazu gehören folgende Bereiche; die Beispiele sind eine Auswahl aus den aktuellen NIST-Vorgaben für FIPS 140-3:

Bereich Beispiele zugelassener Verfahren
Verschlüsselung AES, etwa mit GCM, CCM oder XTS für den jeweiligen Einsatzzweck
Hashfunktionen SHA-256, SHA-384, SHA-512, SHA-3
Nachrichtenauthentifizierung HMAC, AES-CMAC, GMAC
Digitale Signaturen RSA, ECDSA, EdDSA
Schlüsselvereinbarung und -transport Zugelassene Verfahren auf Basis von Diffie-Hellman, ECDH und RSA
Schlüsselableitung Beispielsweise HKDF unter den jeweiligen Vorgaben
Zufallszahlenerzeugung Generatoren und Entropiequellen nach NIST SP 800-90
Post-Quanten-Kryptografie ML-KEM für Schlüsselkapselung; ML-DSA und SLH-DSA für Signaturen

Die nachfolgende Tabelle fasst die Vorgaben nach Verfahren zusammen. Sie beschreibt die vorgegebene Sperrliste.
Alle genannten .NET-Typen gehören zum Namensraum System.Security.Cryptography.

Verfahren Betroffene .NET-Typen bzw. Einstellungen
MD5 – Hashfunktion MD5, MD5CryptoServiceProvider
HMAC-MD5 – Nachrichtenauthentifizierung HMACMD5
SHA-1 – Hashfunktion SHA1, SHA1Managed, SHA1CryptoServiceProvider
HMAC-SHA1 – Nachrichtenauthentifizierung HMACSHA1
RIPEMD-160 – Hashfunktion RIPEMD160
DES – symmetrische Verschlüsselung DES, DESCryptoServiceProvider
RC2 – symmetrische Verschlüsselung RC2, RC2CryptoServiceProvider
TripleDES / 3DES – symmetrische Verschlüsselung TripleDES, TripleDESCryptoServiceProvider